STUDIO NEUES FECHTEN

GRUNDLEGENDE TECHNIKEN FÜR SCHWERT& SCHILD

Grundlegende Techniken für den Kampf mit Schild und Schwert
Anm: die Angaben beziehen sich auf Rechtshänder, Linkshänderhänder denken bitte entsprechend um.

1. Der Schild.
Für den Anfang nutzen wir den Schild ohne ihn besonders zu bewegen. Diese sogenante statische Schildarbeit hat den Vorteil, dass ein genau definierter Teil des Körpers stets gedeckt ist. Nachteil ist, dass andere Bereich offen sind.
Anm.: mit dem Schild wird prinzipiell NIEMALS gestoßen, insbesondere nie mit der Schildkante. Dies ist eine völlig sinnlose Aktion. In realem Kampf würde eine derartige Aktion keinerlei sinnvollen Effekt haben. Diese Unsitte des Stoßens mit der Schildkante ist eine Aktion die im Schaukampf entstanden ist, dort sind derartige Stöße manchmal etwas schmerzhaft. Für realistische Anwendung ist das aber wertlos, wir wollen einem Gegner nicht ein bisschen wehtun, wir wollen (theoretisch) ihn mit dem Schwert umbringen. Und das tun wir nicht indem wir ihn mit Holzlatten hauen, das tun (bzw üben) wir, indem wir dazu unser Schwert benutzen.

Wir nehmen einen Linksauslegerstand ein, genau wie beim Boxen. Der linke Fuß weist etwa in Richtung Kopf des Gegners, der rechte Fuß etwa in Richtung äußerer Schildrand des Gegners.
Gegen einen Linkshänder steht man etwas weiter nach rechts gedreht, etwa so, dass der linke Fuß gegen des Gegners (von uns aus gesehen) rechte Schulter weist.
Der Schild befindet sich am linken Unterarm. Der linke Ellbogen wird mit gerade nach unten weisendem Oberarm an die linken unteren Rippen gelegt. Nicht vom Körper abspreizen, denn bei hartem Kontakt könnte es zu Rippenbrüchen kommen. Liegt der Ellbogen an, wird der Impuls bei einem harten Kontakt besser aufgefangen (aus demselben Grund zieht man beim Gewehrschießen den Kolben stark an die Schulter).
Die linke Hand, die den Schildgriff hält, liegt etwa eine Faustbreit vom eigenen Kinn entfernt.
Durch diese Schildhaltung ist der obere Körper fast komplett gedeckt, von Hüfte bis zum unteren Teil des Helmes.

Aktive Schildarbeit lernen wir später. Bereits jetzt soviel: bei dynamischer Arbeit mit dem Schild achten wir prinzipiell darauf, dass unser Schild sich zwischen dem gegnerischen Schwert und unserem Körper befindet. Ist das gewährleistet, können wir nicht getroffen werden. Auch bei aktiver und dynamischer Schildarbeit gilt - der Schild ist zum Blocken. Für den Angriff haben wir das Schwert.

2. Das Schwert.
Nachdem wir in Linksauslage die korrekte Schildposition eingenommen haben, nehmen wir eine sinnvolle Grundstellung ein. Dazu legen wir das Schwert auf unsere rechte Schulter. Der rechte Ellbogen liegt eng am Körper an, die rechte Hand befindet sich etwa eine Faust höher als die linke. Die Hand hält das Schwert ein wenig gelockert.
Diese Grundhaltung ist eine optimale Armhaltung, um präzise und schnell zu schlagen.
Weitere Positionen lernen wir später.
Passive Positionen, die gegnerische Angriffe abblocken, lernen wir ebenfalls später, denn vorerst ist es erheblich wichtiger den Angriff zu üben.

3. Hiebe
a. direkter Kopfhieb
aus obiger Position (Schwert geschultert) wird der Arm ohne jede Ausholbewegung nach vorn gestreckt, dabei zieht man die Finger an. Durch diese Bewegungen (Arm strecken und Finger anziehen) wird das Schwert schnellkräftig nach vorn geschleudert. Ziel ist der gegnerische Helm oben auf dem Scheitel.
b. Vorhand Kopfhieb (onside)
hier wird die rechte Hand ein wenig im Handgelenk nach außen abgeknickt und dann erfolgt Armstrecken und Finger anziehen. Die Handfläche weist hierbei nach oben (Unteram ist supiniert). Der Hieb erfolgt entlang des gegnerischen oberen Schildrandes gegen die (von uns gesehen) rechte Helmseite des Gegners.
c. Rückhand Kopfhieb (offside)
groß: aus der Schulterposition wird der Arm vor den Körper (resp. Schild) "geklappt" (die Innenseite der Hand weist jetzt zum eigenen Gesicht), dann in Richtung rechts oberhalb des gegnerischen Helmes gestreckt, wobei die Hand um 180° gedreht wird, sodass der Unzteram nun proniert ist. Der Schwertknauf weist jetzt nach rechts oben und die Schwertspitze nach links unten. Der Hieb geht also gegen die (von uns gesehen) linke Helmseite des Gegners. Besonders hierbei ist, dass mit diesem Hieb auch der gegnerische Schild umgangen wird.
klein: aus der Schulterposition wird der Arm nach vorn gestreckt und der die Hand proniert.

Diese Hiebe sind die grundlegenden Hiebe, die bei jedem Training zu wiederholen sind. Weitere Hiebe folgen später. Ebenfalls später erfolgen die Hinweise zum Einsatz der Hüfte bei den Hieben.